Recruiting 101: KPIs, Prozesse und Candidate Experience in Reimform

Wer sagt eigentlich, dass Zahlen, Daten und KPIs im Recruiting keinen Rhythmus haben dürfen? Schließlich schlägt unser Herz doch für das Recruiting. Beim Recruiter Slam 2023 durfte ich bereits erleben, wie viel Kraft es haben kann, Recruiting-Themen einmal nicht in Bulletpoints und Charts, sondern als Recruiting 101 in Reimen und Geschichten auf die Bühne zu bringen.

Diese Erfahrung hat mich inspiriert, die Recruiting-Konferenz „Schicht im Schacht“ am 9. Mai 2025 im Landschaftspark Duisburg-Nord mit einem (ChatGPT-freien) Poetry Slam zu eröffnen. Und zwar genau so, wie ich den Recruiting-Alltag oft erlebe: mal laut, mal leise, mal chaotisch, mal voller Aha-Momente – aber immer menschlich. Denn seien wir ehrlich: Wir alle kennen die Momente, in denen Kandidat:innen abspringen, Prozesse aus dem Takt geraten oder Reportingrunden zur Geduldsprobe werden. Genau darum dreht sich der Text. Und um die Frage, wie Recruiting Excellence in Zeiten von Budgetdruck, Fachkräftemangel und Stakeholder-Chaos wirklich gelingt – jenseits von Buzzwords und KPI-Kosmetik.

Dass wir den inhaltlichen Teil der Konferenz dann auch noch mit einem emotionalen Höhepunkt beschlossen haben, hätte ich schöner kaum planen können: Curse a.k.a. Michael Kurth stand zum Abschluss der „Schicht im Schacht“ auf der Bühne und präsentierte seinen bewegenden wie inspirierenden Text „Bei mir“ – ein starker Schlusspunkt, der perfekt zum Spirit der Veranstaltung passte.

Da mich einige im Nachgang nach meinem Slam-Text gefragt haben, gibt es diesen nun hier im Blog zur Nachlese. Und wenn du dir in deinem Alltag als Recruiter:in manchmal denkst: „Da geht doch noch mehr!“ – dann findest du in diesem Text Bestätigung, Inspiration und vielleicht sogar ein Schmunzeln.

Recruiting 101

Deine Kandidaten rennen davon,
bist du merkst, du bist am Nullpunkt angekomm‘

Sind deine Kandidaten dann weg,
Wird ratzfatz deutlich, der Karren steckt im Dreck.

Du sitzt da und bist am Winseln,
Stehst auf einmal alleine da, wie auf einer einsamen Insel,

Eigentlich wollte dein Unternehmen Kohle scheffeln wie der Ruhrpott,
aber das Einzige, was deinem Chef jetzt dazu einfällt ist „Oh, mein Gott!“

Du musst auf einmal Lücken überbrücken wie Amalgam,
Dabei stehen die Zeiten eigentlich ganz klar auf Spar’n.

Rufst verzweifelt den Headhunter an, zahlst ordentlich Gebühren,
Haust dein Budget einfach so raus, All-In, doch wisse wofür,

Dein Recruitingprozess schreit ganz klar nach Verbesserung,
doch geht’s um echte Veränderung bleiben die Kollegen häufig stumm,

Manche von denen haben sich beim Schätzen verschätzt,
Sie raten mal wie Rosentahl und erzählen nur Geschwätz,

Bei Analytics halten sie sich bedeckt wie Udo Lindenberg seine Augen,
Doch es gibt eine ganze Menge Daten im Recruiting, man mag’s kaum glauben,

Statt 101 nur 404
Mit Bauchgefühl kommt man halt nicht weit, vor allem nicht wir!

Zahlen, Daten und Fakten, die braucht es auf jeden Fall zur Entscheidung,
Doch in deinem Unternehmen hat zu Recruiting jeder seine eigene Meinung.

Um das Board von deinen Ideen zu überzeugen, brauchst du etwas Zählbares,
Und deine Metriken und KPIs, die liefern immer etwas Wahres.

Deswegen lasst uns über Kennzahlen sprechen, zum Beispiel Time-2-hire!
Die ist mir zwar grundsätzlich zu pauschal, doch wisst ihr was ich ganz besonders feier‘?

Filled-on-Time, so nennt sich jener Wert,
der zeigt, wie schnell dein Prozess im Vergleich zu deiner Erwartung fährt.

Die Kandidaten warten, sie wollen natürlich schnell Bescheid,
Doch manchmal dauert's eben, aber dann tun sie mir leid, 

Die Ursachen sind vielfältig, wir sehen's im Licht,
Hier sind sechs Gründe für die Spurensuche, die ist nämlich Pflicht: 

(1) Geringe Aufmerksamkeit, ist der Grund, dass deine Karriereseite niemand sieht, Schließlich ist die fehlende Suchmaschinenoptimierung dein Kryptonit,

(2) Zu wenige Bewerbungen, das Problem ist sonnenklar, Die Stellenausschreibung muss optimiert werden, dann hat deine Zielgruppe dich auch auf dem Radar.

(3) Langsame Recruiter, ja, die gibt es auch,
Mehr Kapazitäten oder Automatisierung, ist dann das, was du brauchst,

(4) Blockieren Hiring Manager den gesamten Fluss,
Müssen sie endlich anfangen richtige Prioritäten zu setzen. Das ist doch ein absolutes Muss!

(5) Bei der Terminplanung sind euch die Hände gebunden wie mit ‘ner Handschelle?
Springen Kandidaten deswegen ab, folgt im Fachbereich auf die Schnelle die nächste Schockwelle!

(6) Ist die finale Entscheidungsfindung das Problem,
kommt die Zeit bis zur Besetzung direkt zum Steh‘n.

Doch Recruiting Excellence ist mehr als nur Zeit allein,
Es braucht die Balance zu Kosten und Qualität, das muss doch sein.

Kosten spielen natürlich eine wesentliche Rolle,
Stell dir vor das Budget gerät völlig außer Kontrolle?

Aber seid nicht geizig und sitzt auf eurem Kapital,
denn ich meine, ihr wisst längst: Wer billig kauft, kauft wie immer zweimal!

Meine Empfehlung ist also: Analysiere die Performance deiner Kanäle zur Identifizierung deiner Laster,
Denn manche Fehlentscheidungen wiegen schwer wie Kopfsteinpflaster,

Also achte auf den effizienten Einsatz von dein‘m Zaster,
Nutze dafür Datencluster und damit Basta!

Was die Qualität angeht, wollt ihr natürlich die Besten!
Doch wie stellst du das fest, ohne sie zu testen?

Statt dich im Interview auf Skills zu konzentrieren, futterst du nebenbei lieber noch drei Duplos, und stellst Kandidaten ein wegen ihres Fotos?

Also, setz bei all deinen Touchpoints die Kandidaten in den Mittelpunkt,
Aber um eine Persona zu erstellen, brauchst du einfach mehr Hintergrund,

Mein Tipp: Um die Qualität zu erhöhen, ist es wichtig, dass ihr alle regelmäßig befragt, So gestaltet ihr eure Candidate Journey so richtig Clever & Smart.

Ich könnte hier Stunden weiter über Recruiting philosophieren, aber damit ist es jetzt Schluss, die Bühne überlass‘ ich heute all den anderen Expert:innen, und verabschiede mich wie mit ‘nem Stirnkuss,

Stattdessen freue ich mich lieber, dass ihr alle da seid, also passt auf! 
Ich heiße euch herzlich willkommen zu der grandiosesten Recruiting-Konferenz im Ruhrgebiet, Glück Auf!

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