LinkedIn hat in den letzten Tagen für seine User einige neue Features eingeführt, die das Erstellen von neuen Beiträgen vereinfachen und das Engagement der Nutzer auf der Plattform erhöhen sollen. Hierzu zählen zum Beispiel LinkedIn Polls, das #OpenToWork-Badge oder neue Reaktionsmöglichkeiten. Viele der Funktionen sind dabei nicht nur für Einzeluser nutzbar, sondern auch für Unternehmen, die eine eigene Unternehmensseite betreiben. Ich habe mir die neuen Funktionen einmal im Detail aus Unternehmensperspektive angeschaut und teile gerne meine Einschätzung mit euch, welchen Mehrwert sie für das Employer Branding schaffen.

Wo finde ich die neuen Features?

Voraussetzung ist, dass man als Administrator oder Redakteur des Unternehmensprofils eingetragen ist, um die nötige Berechtigung zu haben, neue Inhalte zu posten. Ist der Zugang geklärt, findet man die neuen Features auf der Unternehmensseite, indem man einen neuen Beitrag erstellt.

LinkedIn Unternehmensseiten – Beitrag erstellen

Dort werden Redakteuren neben den bisherigen Postingvarianten wie Text, Bild, Video & Dokumenten nun vier (plus eine) weitere Möglichkeiten vorgeschlagen:

  • Ereignis feiern
  • Umfrage erstellen
  • Profil teilen
  • Hilfe anbieten

Geheimtipp: Wer LinkedIn in deutscher Sprache nutzt, sollte gerne auch einmal auf Englisch umstellen, denn dann wird zusätzlich noch die Option „Add a job“ angeboten.

Schauen wir uns die fünf Features im Detail an:

1. Ereignis feiern

Diese Option enthält vier Möglichkeiten einen vorformatierten Post zu beginnen:

  • Neue Mitarbeiter im Team willkommen heißen,
  • eine Anerkennung für einen Mitarbeiter aussprechen,
  • den Projektstart oder Projektergebnis teilen und
  • das Firmenjubiläum teilen.

Für Editoren sehen die Templates so aus, dass man zunächst ein vorbereitetes oder individuelles Bild hinzufügen kann und anschließend das Profil eines oder mehrerer Mitarbeiter auswählt, hinzufügt und direkt verknüpft. Einzige Voraussetzung ist, dass die ausgewählte(n) Person(en) das Unternehmen als Arbeitgeber im Profil eingetragen haben.

LinkedIn Unternehmensseiten – Ereignis feiern

Ich finde diese Option ehrlich gesagt richtig klasse, weil dadurch internes wie externes Employer Branding gefördert werden kann. Nehmen wir folgendes Beispiel: Ich komme als Mitarbeiter neu in ein Unternehmen und mein neuer Arbeitgeber setzt an meinem ersten Arbeitstag diesen Post ab, weil er sich so sehr über meine Ankunft freut, dass er es direkt in die ganze Welt hinaus posaunt. Wen würde das nicht freuen?

Als bestehender Mitarbeiter fühle ich mich außerdem wertgeschätzt, wenn mein Arbeitgeber erfolgreiche Projekte vorstellt, an denen ich zuletzt gearbeitet habe und meine Leistungen so für alle sichtbar macht.

Als kreativer Redakteur mit einem halbwegs strukturierten Redaktionsplan kann ich den Content zu neuen Mitarbeitern, Leistungsträgern, Projekten und Jubiläen natürlich auch jetzt schon erstellen. Dazu braucht es diese Features nicht. Ich finde den Ansatz aber sehr gelungen, gut gelöst und freue mich, wenn ich auf LinkedIn zukünftig mehr solcher Beiträge sehe.

Der ein oder andere Sourcer wird dieses neue Feature ebenfalls lieben, da sich natürlich viel häufiger als bisher offenbaren könnte, welche Mitarbeiter eines Unternehmens besonders begehrenswert sind.

Employer Branding-Faktor:

Bewertung: 4 von 5.

2. Umfrage erstellen

Wer relevanten Content in den sozialen Medien erstellen möchte, der richtet sich danach, was die Zielgruppe relevant finden könnte. Das bedeutet, dass diejenigen, die einfach nur stupide „Kauf unser Produkt“-Postings absetzen, keinen Erfolg haben werden. Wer also mehr Engagement oder potenzielle Kunden und Kandidaten für sich gewinnen möchte, sollte daher weniger sender-orientiert sondern eher netzwerk-orientiert agieren und seine Follower aktiv in Diskussionen einbeziehen. Eine Möglichkeit, wie man das tun kann, sind Umfragen. Mit den LinkedIn Polls können Umfragen mit bis zu vier Antwortmöglichkeiten erstellen, die auch nach dem Ende der Umfrage bestehen und sichtbar bleiben.

LinkedIn Unternehmensseiten – Umfrage beginnen

Mit Umfragen lässt sich natürlich wunderbar spielen. So können aktuelle Themen aufgenommen werden, die breit diskutiert werden. Bezogen auf das Employer Branding können Umfragen aber auch super genutzt werden, um eine Art Quiz-Format zu starten, bei dem die Follower die richtige Antwort erraten sollen und dadurch mehr über das Unternehmen als Arbeitgeber erfahren. Robindro und Jan haben beispielweise im Zielgruppengerecht-Podcast vorgeschlagen, vier Stellenausschreibungen als Antwortoption auszuwählen, die als nächstes besetzt werden sollten und Mitarbeiter wie Follower antworten zu lassen.

Employer Branding-Faktor:

Bewertung: 5 von 5.

3. Profil teilen

Diese Funktion ähnelt von der Idee her der ersten Variante – nur irgendwie nicht ganz so schick. Das bedeutet, man wählt das Profil eines LinkedIn-Users aus und teilt dieses über seine Unternehmensseite. Anders als bei der ersten Option kann hier nur ein Profil ausgewählt werden.

Aber welche Use-Cases könnten hier Sinn machen, die nicht bereits im Feature „Ereignis teilen“ möglich wären? In allererster Linie würde ich dieses Feature im Employer Branding für das Storytelling nutzen, um erstklassige Projekte oder herausragende Persönlichkeiten meines Unternehmens vorzustellen.

Ich könnte mir aber beispielweise auch vorstellen, dass ein Unternehmen, dass gerade in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt und sich vielleicht schweren Herzens von dem einen oder anderen Mitarbeiter verabschieden muss, diese bei der Jobsuche unterstützt.

LinkedIn Unternehmensseiten – Profil teilen

Employer Branding-Faktor:

Bewertung: 3 von 5.

4. Hilfe anbieten

Mit dem Feature „Hilfe anbieten“ habe ich als Editor die Möglichkeit mehrere Optionen auszuwählen: Allgemeine Hilfe, Empfehlungen, Karriereberatung, Lebenslaufchecks, Vorstellungen, Ehrenamtliche Tätigkeit und Sonstiges. Nachdem ich mein Hilfsangebot ausgewählt habe, wird ein vorformatierter Beitrag erstellt. Diese Funktion ist letztlich allerdings nur eine Kopie des Facebook-Status, bei dem ich eine vorgeschlagene Aktivität auswähle und die dann meinem individuellen Post hinzugefügt wird.

LinkedIn Unternehmensseiten – Hilfsangebot

Aus meiner Perspektive hat das keinen echten Mehrwert – höchstens für Leute, die völlig unkreativ sind, wenn sie neue Beiträge posten. Ehrlicherweise hätte ich mir unter dem Motto „Hilfe anbieten“ außerdem etwas mehr vorgestellt, wie z.B. direkte Spendenaktionen (auch wie bei Facebook), direkte Verknüpfung zu Pro-Bono-Angeboten auf einer Fokusseite oder eine Kontaktmöglichkeit mit den Ansprechpartnern des Unternehmens, wenn es um ein konkretes Hilfsangebot geht. Aber das hier ist etwas dünn.

Employer Branding-Faktor:

Bewertung: 2 von 5.

5. Job hinzufügen

Diese Funktion ist aktuell noch etwas versteckt. Um sie sichtbar zu machen, müsst ihr vorab in euren LinkedIn-Spracheinstellungen auf Englisch wechseln. Um einen Job in einem neuem Beitrag zu veröffentlichen gibt es hier gleich zwei Varianten. In der ersten Variante kann ich einen komplett neuen Job hinzufügen.

LinkedIn Unternehmensseiten – Job hinzufügen

Aktuell ist diese Option (noch?) kostenfrei möglich. Jobs, die hierüber erstellt wurden, sind außerdem in der LinkedIn-Jobsuche und im Unternehmensprofil sichtbar und können somit zusätzliche Awareness schaffen. Sollten bereits Jobs vorhanden sein, müssen diese nicht neu erstellt werden, sondern können einfach aus einer Liste ausgewählt werden. Anschließend wird aus dem ausgewählten Job ein neuer Beitrag generiert, den man natürlich noch individuell editieren kann.

LinkedIn Unternehmensseiten – Job auswählen

Employer Branding und Personalmarketing sind natürlich untrennbar miteinander verknüpft. Daher können auch Stellenausschreibungen dazu beitragen, dass Employer Branding eines Unternehmens und letztlich auch die Conversion zu stärken. Das finde ich in diesem Fall klug gelöst. Denn entweder kann ich sehr schnell einen neuen Job erstellen oder ich suche mir eine Stellenausschreibung heraus, die ich etwas pushen möchte und erstelle auf einfache Art und Weise einen passenden Post dazu.

Employer Branding-Faktor:

Bewertung: 5 von 5.

Fazit

Die neuen Features auf den Unternehmensseiten sind allesamt keine Neuerfindung des Rades. Doch wer kreativ damit umgeht, viel testet und sich mithilfe dieser Tools einen kleinen Redaktionsplan erstellt, der kann mithilfe der neuen Funktionen spannende Geschichten erzählen, die einen Mehrwert für alle Zielgruppen schaffen.

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