Mit Smart Data zum Cultural Fit

Für viele Arbeitgeber hat sich die kulturelle Passung zur Top-Priorität bei der Personalauswahl entwickelt. Denn die erfolgreichsten und effizientesten Teams teilen Kultur, Werte und Ziele der Organisation gleichermaßen. Je näher einzelne Mitarbeiter hinter der Kultur und den Werten ihrer Arbeitgeber stehen, desto höher der Fit. Das wirkt sich auch positiv auf Faktoren wie Identifikation, Commitment, Zufriedenheit und Fluktuation aus.

Cultural Fit leistet einen zentralen Beitrag für den Unternehmenserfolg

In der 2016 veröffentlichten Cultural Fit-Studie von metaHR wurden die Vorteile einer guten kulturellen Passung von Bewerbern zu Arbeitgebern deutlich sichtbar: So nennt die Studie beispielsweise weniger Frühfluktuation, höhere Motivation, bessere Performance, stärkere Mitarbeiterbindung, niedrigere Rekrutierungskosten und ein schnelleres Onboarding als positive Effekte. Die kürzlich veröffentlichte Studie „Recruiting mit Persönlichkeit“ von Stepstone bestätigt dies weitgehend: Der Cultural Fit leistet insgesamt einen positiven Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens, da „passende“ Mitarbeiter nachweislich glücklicher und leistungsfähiger sind. Umso erschreckender ist in diesem Zusammenhang, dass sich nur ein Drittel der Fachkräfte in Deutschland mit der Unternehmenskultur ihres Arbeitgebers identifizieren. Was bedeutet das für das Recruiting? Recruiter und Employer Branding-Verantwortliche tragen dafür Sorge, Bewerber und Arbeitgeber zu matchen. Dazu gleichen sie die Verhaltensweisen der eigenen Organisation mit dem bevorzugten Verhalten von Kandidaten ab. Darüber hinaus kommunizieren sie den Wertekanon des Arbeitgebers nach außen und prüfen, inwiefern Kandidaten diese Werte teilen.

Cultural Fit schließt Diversity nicht aus

Den Schwerpunkt des Recruiting auf die Persönlichkeit der Kandidaten zu legen, kann jedoch auch zu Fehlentwicklungen führen: Nämlich genau dann, wenn nur noch Personen eingestellt werden, die möglichst gleich sind. Es ist daher wichtig, sowohl auf den supplementären als auch auf den komplementären Fit zu achten. Damit sind Charaktereigenschaften und Attribute gemeint, die die herrschende Kultur widerspiegeln, aber auch andere, die die eigene Kultur weiterentwickeln und in die richtige Richtung lenken. Im Idealfall stimmen die Wertvorstellungen aller Mitarbeiter mit denen des Arbeitgebers überein, formen aber trotzdem eine aus Diversität resultierende, vielseitige und facettenreiche Kultur.

Einsatzmöglichkeiten von Matching Tools

Aktuell gibt es auf dem Markt mehrere Anwendungen, die Bewerber zu Arbeitgebern matchen und das Recruiting mit Smart Data unterstützen. Tools wie der Cultural Fit Evalueator, der bei der Kindernothilfe zum Einsatz kommt, messen die werte- und arbeitskulturellen Präferenzen von Kandidaten und vergleichen diese mit der Unternehmenskultur. Heraus kommen ein Matching-Score und ein detaillierter Kandidatenreport, mit deren Hilfe Arbeitgeber in der Lage sind, die Organisationskultur frühzeitig mitzusteuern. Beispielsweise ist es dadurch möglich, dank gezielter Besetzung einzelne Werte zu stärken, die bis dato noch nicht so stark ausgeprägt sind.

Matching verbessert die Candidate Experience

Der Einsatz von Matching Tools im Employer Branding und Recruiting führt außerdem zu einer Verbesserung der Candidate Experience und einer stärkeren Differenzierung zu anderen Arbeitgebern. Interessenten wird bspw. auf der Karriereseite die Möglichkeit geboten, freiwillig und anonym zu testen, inwieweit sie zur Organisation passen. Kandidaten mit einem höheren Score fühlen sich bestätigt und sind in besonderem Maße motiviert, sich zu bewerben. Dagegen überdenken weniger passende Kandidaten ihre Entscheidung und sehen tendenziell eher von einer Bewerbung ab. Das entlastet die Organisation und verringert Frust bei den Bewerbern. Innerhalb des Bewerbungsverfahrens kann der Test nach der Vorselektion, aber noch vor den Kandidateninterviews eingesetzt werden. So kann frühzeitig Klarheit darüber geschaffen werden, ob ein Kandidat oder eine Kandidatin zum Anforderungsprofil der jeweiligen Stelle passt. Zusätzlich steigert der Test die Qualität der Interviews, da er für alle Gesprächsteilnehmer eine objektive Grundlage schafft, über Unternehmenskultur zu sprechen und dabei hilft, Werte bzw. Verhalten des anderen besser einzuschätzen.
Mit Hilfe der gesammelten Daten kann außerdem fortlaufend die Employer Brand nachjustiert werden. Außerdem lässt sich feststellen, ob die bisherige Kommunikation der Arbeitgebermarke die notwendige Glaubwürdigkeit vermittelt und tatsächlich kulturell passende Kandidaten anspricht.

(Dieser Artikel ist zuerst im Magazin Recruiting Essentials von Absolventa erschienen.)

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