„Das ist für mich die Magie, wodurch alle Personen glänzen können“ – Auf ein Wort mit Amiaz Habtu von Flowerhill Media

Video killed the Radio Star. Das wissen wir spätestens seit 1979 als das britische Popduo „The Buggles“ einen weltweiten Hit lieferten. Und auch im Employer Branding und Personalmarketing hat das Medium Video seit vielen Jahren einen festen Platz. Die Ansätze sind dabei teilweise sehr unterschiedlich: Manchmal witzig, häufig sachlich bis nüchtern, gelegentlich auf Hochglanz und selten so wirklich authentisch. Grund genug, um sich mit einem vielseitigen und leidenschaftlichen Profi in Sachen Video-Content zu unterhalten.

In diesem Interview spricht Amiaz Habtu über seine beeindruckende Karriere, die Herausforderungen und Freuden seines vielfältigen Berufslebens und wie er es schafft, all seine Projekte unter einen Hut zu bringen. Zudem gibt er spannende Einblicke in sein aktuelles Projekt „AMIAZ. DER JOBHOPPER“ und die Wirkung von Videoinhalten bei der Attraktivität von Arbeitgebern.

Hey, Amiaz! Schön, dass du Zeit für dieses Interview gefunden hast. Stell dich doch kurz den Leser:innen vor und sag uns, was du beruflich so macht.

Ich freu mich sehr auf unser Interview und sehr gern erzähl ich ein wenig über mich. Mit zwei Jahren musste ich mit meiner Familie unsere Heimat Eritrea aufgrund eines Bürgerkrieges verlassen. Seitdem lebe ich in Köln, wo ich auch während meines Studiums (Dipl. Kaufmann – Marketing und Personal – Abschluss 2007) anfing, in die Welt der Moderation einzusteigen.

Viele kennen mich als TV-Moderator bei VOX: u.a. aus der erfolgreichen Start-up Sendung „Die Höhle der Löwen“ oder aus „Die leckerste Idee Deutschlands“. Weitere Formate aus meiner 10-jährigen Karriere waren zum Beispiel das Social Factual „Der Rassist in uns“ aus 2014 und das SAT.1 Musik Quiz „Let the music play“. 

Angefangen hatte damals aber alles in der Eventmoderation. Seit 20 Jahren bin ich jetzt schon neben dem TV für viele tolle Brands als Event-Moderator am Mic unterwegs. Im Laufe meiner Karriere kam ich auch immer wieder mit Unternehmen in Kontakt, um Corporate Content umzusetzen. Von der Idee bis zur Umsetzung selbst arbeite ich hier mit den Kunden zusammen. 

Und wäre das nicht schon genug, schlägt mein Herz neben der Moderation auch sehr für die Musik und besonders der Hip-Hop. Deshalb ist auch das eine Seite von mir, die ich immer weiter entdecke und weshalb ich seit letztem Jahr auch an meinen eigenen Songs arbeite, und meine eigenen Singles veröffentliche.  

Wow, das hast du ja ganz schön was zu tun mit TV- & Event-Moderation, Corporate Content sowie deiner musikalischen Karriere. Offensichtlich geht’s dir gut! Aber wie bekommst du das alles unter einen Hut?

Darf ich ehrlich sein? Mir geht es nicht immer gut, auch wenn das zu 90% zutrifft. Aber da sind die anderen 10% und ich weiß nicht, wie viele andere Menschen das auch haben: Ich habe sehr oft Zweifel, Ängste und hinterfrage gerne sämtliche Schritte, die ich tätige. Das geht dann auch oft an die Substanz – hier habe ich z.B. mit dem Meditieren eine gute Praktik für mich gefunden. 

Mein eigentlicher Schlüssel zu meinem Erfolg sind aber definitiv Family & Friends und mein Business-Team. Ohne diese Menschen würde ich nur einen Bruchteil schaffen.

Und ein ganz pragmatischer Tipp, wenn auch ziemlich oldschool: Seit diesem Jahr besitze ich auch einen stylischen Notizblock – richtig Retro halt – aber so habe ich neben meinen digitalen Werkzeugen alles im Blick und habe meine Struktur, um all meine Projekte und Pläne umsetzen zu können. 

Durch „Die Höhle der Löwen“ hast du in den letzten Jahren ja eine Menge Startups kommen und gehen sehen. Was hat dich dabei motiviert, nun mit Amiaz, dem Jobhopper an den Start zu gehen?

Ich habe vor kurzem meine Produktionsfirma die Flowerhill Media GmbH gegründet und setze dort mit einem tollen Team viele spannende Projekte um. Gerade im Bereich YouTube, Instagram und TikTok hilft mir diese Struktur schon seit längerem. Wir konnten aber auch schon in der Vergangenheit für zahlreiche Brands wie Nike, die Koelnmesse, oder für Red Bull tolle Projekte inhaltlich und filmisch umsetzen. 

Zuletzt saßen meine Business-Partnerin Angela Steere und ich gemeinsam im ICE zurück nach Köln und unterhielten uns über den enormen Druck vieler Unternehmen und dem bestehenden Fachkräftemangel. Relativ schnell kamen wir dann auf die Idee, den Unternehmen helfen zu wollen, die richtigen Menschen für ihre Brand zu finden. Und das auf eine Art, die wir seit Jahren beherrschen: Videoinhalte auf Augenhöhe und mit viel Sympathie für den Moment und den individuellen Need. Wir sehen, dass viele Unternehmen ihr eigenes Potenzial kapazitiv nicht voll ausschöpfen können oder sie oft auch nicht wissen, wie die Umsetzung funktionieren kann. Und warum dann nicht meine Leidenschaft und Erfahrung mit dem Bedarf der Unternehmen verknüpfen? 😄 So wurde AMIAZ. DER JOBHOPPER geboren – und mit dem Familienunternehmen Orthomol auch schnell ein Unternehmen gefunden, das mit uns sofort in die Umsetzung gehen wollte. Weitere Kooperationen sind schon in der Planung. 

Wie hilft dir dein jahrzehntelanger Background im TV mit deinem aktuellen Projekt als Amiaz, der Jobhopper weiter und welche Vorteile ergeben sich dadurch für deine Kunden? 

Das ist meiner Meinung nach ein großer Mehrwert. Durch meine langjährige Erfahrung habe ich ja auch nicht nur Insights vor der Kamera bekommen, sondern weiß eben auch, was hinter der Kamera gebraucht wird. Ein professionelles Team und kreative Ideen, die funktionieren, gehören für mich unbedingt dazu – auch im Bereich Social Content. Mit professionellen Content-Produktionen können Inhalte für alle Kanäle erstellt werden, die am Ende entsprechend im Look & Feel des Unternehmens und der Plattform angepasst werden können.

Zudem schaffe ich es irgendwie – wie genau, weiß ich auch nicht – relativ schnell mit dem gesamten Team und vielleicht auch unerfahrenen Protagonisten vor der Kamera das Eis zu brechen. So, dass alle am Set die Kameras und die Menschen drum herum vergessen. Das ist für mich die Magie, wodurch alle Personen glänzen können und sich nicht verstellen müssen.

Jetzt ist der Ansatz Videos im Recruiting und Employer Branding einzusetzen ja nicht wirklich neu. Worin unterscheidet sich dein Produkt in Sachen Herangehensweise und Resultat von anderen Angeboten im Markt?

AMIAZ. DER JOBHOPPER fängt für uns nicht erst im Video an, sondern schon viel früher. Wir setzen mit individueller Erstberatung je nach Bedürfnissen der Unternehmen an und betreuen unsere Kunden von A bis Z. Das geht über die Beratung hinaus hin zu einem Detail-Briefing, der Erstellung eines Storyboards bis hin zur Umsetzung des Video-Materials und der Nacharbeit zu den fertigen Video-Assets. Auch im Anschluss stehen wir für die Beratung der Content-Planung, Social-Strategie usw. zur Seite. 

Wie wir uns genau von anderen Angeboten unterscheiden, müssen unsere Kunden selbst sagen. Wir gehen alles mit einer großen Portion Leichtigkeit, Humor, Sachlichkeit und Präzision an die Projekte – all das in der Summe macht uns aus! So entstehen unserer Meinung nach besondere Inhalte, die so nicht planbar sind. Wie gesagt, die Arbeit beginnt bereits bevor der Record-Knopf gedrückt wird. Wir bestimmen nichts – wir hören in erster Linie zu, verstehen schnell und präsentieren Lösungen – das ist immer wichtig.

Aber sollten Unternehmen vorher nicht damit beginnen, intern herauszuarbeiten, wofür sie stehen und was sie als Arbeitgeber ausmacht? So können sie vor allem intern auf die Identifikation und Bindung ihrer Mitarbeiter:innen einzahlen statt immer wieder neue Kandidat:innen ansprechen zu müssen.  

Absolut! Genau deshalb freuen wir uns, wenn wir so früh wie möglich ins Boot geholt werden, um auch hier beratend zur Seite stehen zu können.

Durch den schnelllebigen Markt heutzutage sind Unternehmen aber oft darauf angewiesen, vermehrt Stellen neu zu besetzen. Mit AMIAZ. DER JOBHOPPER wollen wir aber gerade durch die Geschichten der bestehenden Mitarbeiter:innen den Zugang zum Unternehmen schaffen. So werden die Mitarbeiter:innen zur Stimme des Unternehmens und potenzielle Bewerber:innen werden so mit zeitgemäßem und nahbarem Content auf den richtigen Plattformen angesprochen. 

Mit dem Unternehmen Orthomol hast du bereits ein vorzeigbares Pilotprojekt an den Start gebracht. Wie sah dieses Projekt konkret in der Zusammenarbeit aus und welche Dinge sind dabei besonders gut gelaufen?

Orthomol war positiv davon angetan, ihre Mitarbeiter:innen zu zeigen und sie für das Unternehmen sprechen zu lassen. Daher konnten wir ungezwungen in viele Abteilungen eintauchen, die Menschen hinter den verschiedenen Abteilungen kennenlernen und schnell verstehen, welche Vielfalt an tollen Berufen das Familienunternehmen anbietet.

Im Vorfeld gab es einen Besichtigungstermin und daraus resultierend haben wir dem Unternehmen Vorschläge gemacht, was wir hier gerne filmisch umsetzen wollen würden.

Daraufhin hat uns Orthomol aus allen benannten Abteilungen Mitarbeiter:innen zur Seite gestellt, die über sich, die kollegiale Atmosphäre und deren Abteilungen sprechen konnten und wollten. Ich durfte dann z.B. am Fließband selbst Hand anlegen, neugierig meine Fragen stellen und gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen Mittagessen.

AMIAZ. DER JOBHOPPER. zu Gast bei Orthomol

Natürlich gab es auch ein Interview mit dem Geschäftsführer Nils Glagau. Das fand ich persönlich super, denn Nils und ich kennen uns bereits aus „der Höhle der Löwen“. Aber jetzt konnte ich ihn aus einem ganz anderen Blickwinkel neu kennenlernen und habe viel Neues über sein Denken als Geschäftsführer und seine Visionen erfahren. Und sowas planst Du vorher nicht – das passiert dann vor Ort. Spontan und authentisch halt. 😊

Wie lässt sich der Erfolg des Projektes bzw. des Jobhoppers messen? Kannst du Zahlen oder andere Indikatoren benennen, die zeigen, dass die Zielgruppe der Kandidat:innen positiv darauf reagiert und sich im besten Fall sogar bewirbt?

Wir stehen ja noch ziemlich am Anfang mit unserem Format, aber wir konnten im Anschluss zur Kooperation mit Orthomol sehen, dass die Video-Assets aktiv und erfolgreich besonders für das Social-Recruiting platziert wurden. LinkedIn ist hier der Hauptkanal, der für die Zielgruppe von Orthomol interessant ist. Die Offenlegung neuer Mitarbeiter-Zahlen auf Basis unserer Videos halte ich für sehr diskret und es obliegt dem Unternehmen selbst, diese Informationen preiszugeben.

Aber ich kann dir sagen, unsere Kunden sind happy und unsere Kontakte sehen genau so viel Potenzial in AMIAZ. DER JOBHOPPER wie mein gesamtes Team. Wir sind nur eines von vielen Zahnrädern, die ineinandergreifen müssen, um erfolgreich gegen den Fachkräftemangel arbeiten zu können.

Wie geht es denn in den nächsten Wochen und Monaten weiter mit dem Jobhopper? Kannst du uns dazu schon ein Paar Einblicke geben?

Wir befinden uns derzeit in einigen Gesprächen und werden demnächst weitere Kooperationen und Video-Produktionen planen und umsetzen. Da freuen wir uns schon sehr drauf! 

Lieber Amiaz, vielen Dank für die spannenden Einblicke. Ich hoffe, wir werden auch in Zukunft noch viel von dir hören, lesen und vor allem sehen!

+++Dieser Beitrag gefällt dir? Dann melde dich jetzt für den Newsletter an. Hier geht es zur Anmeldung!+++

Entdecke mehr von HR4Good

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Cookie Consent mit Real Cookie Banner