So ziemlich jede (Job-) Suche startet in Suchmaschinen. Daher ist es natürlich extrem wichtig, dass Arbeitgeber mit ihrer Karriereseite samt Stellenanzeigen überhaupt gefunden werden und sichtbar sind. Selbst die beste Karriereseite mit den nützlichsten Inhalten und den vermeintlich besten Jobs verschenkt ihr Potenzial, wenn diese nicht oder nur schlecht über Google auffindbar ist. Hinzu kommt, dass Google regelmäßig seinen Algorithmus anpasst, um Suchende vor schlecht gemachten Webseiten zu bewahren. Um deine Karriereseite also bestmöglich zu platzieren, solltest du folgende Fehler daher unbedingt vermeiden oder direkt beheben:

Leere Meta-Description

Die Meta-Description definiert den Text, der in den Google-Suchergebnissen zu lesen ist. Sie zählt neben dem Title und den Meta-Keywords zu den Meta-Tags. Die Meta-Description ist eine Kurzbeschreibung des Webseiteninhalts mit maximal 156 Zeichen Länge und sollte in jedem Fall ausgefüllt werden. Gerade für Jobsuchende ergeben sich an dieser Stelle erste Möglichkeiten der Unterscheidung zwischen verschiedenen Arbeitgebern. Die Meta-Tags hingegen kannst du getrost weglassen, da diese von Google schon lange nicht mehr beachtet werden. Das Ergebnis könnte dann beispielsweise so aussehen:

Title & Meta-Description bei Google

Ladezeiten zu hoch

Sind die Besucher deiner Karriereseite von langen Ladezeiten genervt, sind sie schneller wieder weg als du bis drei zählen kannst. Um eine positive Candidate Experience zu erzeugen und ein höheres Ranking zu erreichen, sind die Ladezeiten und Reaktionsgeschwindigkeiten deiner Karriereseite daher enorm wichtig. Ist die Ladezeit außerdem höher als 30 Sekunden, kann es sein, dass Google die Seiten gar nicht erst indexiert. Um die Geschwindigkeit der eigenen Karriereseite (und die deiner Wettbewerber) zu messen, gibt es neben Google’s Pagespeed Insights viele kleine kostenlose Tools, die dir zeigen, wie schnell oder langsam sich deine Karriereseite aufbaut und was du tun kannst, um die Performance zu verbessern. Einige davon hat t3n kürzlich in einem Artikel vorgestellt.

Pagespeed Messung mit Google’s Pagespeed Insights

Zu wenige Backlinks

Die Domain-Popularität ist ein wichtiger Rankingfaktor für Google und ein wichtiges Kriterium, um die Vertrauenswürdigkeit von Webseiten zu bestimmen. Auch Karriereseiten sollten daher ein gutes Linkbuilding mit Backlinks berücksichtigen.

Backlinks sind im Grunde genommen nichts weiter als Verweise von einer Domain auf eine andere. Das bedeutet: Wenn z.B. ein Fachmagazin über einen eurer Mitarbeiter berichtet und in dem Artikel auf eure Karriereseite verlinkt, erhaltet ihr einen Backlink. Potenzielle Kandidaten kommen also durch einen Klick von einer anderen Webseite auf eure Karriereseite. Google erkennt dann, welche Links vertrauenswürdig und organisch sind und kann über die Anzahl der Klicks herausfinden, wie relevant eure Karriereseite ist. Das bedeutet, du solltest stärker daran arbeiten, dass eure Karriereseite öfter extern verlinkt wird (z.B. in Artikeln, in Employer Branding-Profilen oder bei Dienstleistern & Partnern). Es gilt allerdings das Prinzip „Qualität vor Quantität“, da Google solche Seiten abstraft, deren Links keine Relevanz haben und die wahllos verteilt wurden. Der Aufbau guter Backlinks ist also mit einer durchdachten Strategie, aufwendiger Contenterstellung und hohem Zeitaufwand verbunden. Da gibt es leider keine Abkürzungen.

Keine Überschriftenstruktur

Die Einbettung von Überschriften auf Webseiten erfolgt durch die sogenannten H-Tags. Diese ähneln optisch eher einem Sehtest und sehen wie folgt aus:

H1 Überschrift

H2 Überschrift

H3 Überschrift

H4 Überschrift

H5 Überschrift
H6 Überschrift

Da Suchmaschinen die H-Tags auslesen, ist die Einhaltung einer schlüssigen Überschriftenstruktur sehr wichtig. Das gilt nicht nur für allgemeine Webseiten sondern natürlich auch für eure Karriereseite, Stellenmärkte und Stellenanzeigen. Mithilfe von H1-Tags können Suchmaschinen das Thema des Contents bestimmen. Wenn sie fehlen, entstehen Lücken in Googles Verständnis eurer Karriereseite oder Stellenanzeigen. Bei der Struktur von Überschriften solltest du daher folgende Punkte beachten:

  • Jede Seite sollte nach Möglichkeit nur eine H1 Überschrift aufweisen,
  • Überschriften sollte man immer dann einsetzen, wenn der Text (z.B. Stellenausschreibungen) eine Gliederung braucht,
  • Die Überschrift muss zum Seitenthema passen,
  • Überschriften sollten sich innerhalb einer Seite nicht doppeln,
  • Die Struktur der Überschriften sollte logisch und semantisch aufgebaut sein,
  • Bilder sollten nicht als Überschriften verwendet werden.

Grundsätzlich sind für die Strukturierung einer Seite vor allem die ersten drei Überschriftenebenen (H1-H3) wichtig. Die Überschriften H4 bis H6 können natürlich auch eingesetzt werden, sie sind für Suchmaschinen aber kaum relevant und können daher für die Strukturierung unbeachtet bleiben. Zur Überprüfung der Struktur gibt es auch hier viele Browser-Plugins oder kleinere Online-Tools wie den Headline Check, mit denen du in wenigen Sekunden die Überschriftenstruktur eurer Seiten analysieren kannst.

Sicherheitslücken

Stell dir vor, eure Kandidaten möchten eure Karriereseite oder eure Jobs besuchen und werden daran gehindert, weil eure Seite nicht sicher genug ist. Dann wären nahezu alle Ausgaben für Stellenanzeigen & Co. völlig umsonst. Um Nutzer vor schadhaften, unsicheren Webseiten zu schützen, ergreift Google bereits seit mehreren Jahren Maßnahmen zur Sicherheitsüberprüfung von Webseiten. Insbesondere Sicherheitszertifikate garantieren eine sichere Datenübertragung zwischen der Website und dem Browser des einzelnen Users. Eine sichere Website kannst du leicht durch das HTTPS-Protokollkürzel am Anfang einer URL erkennen. Wenn du auf das Schloßsymbol unmittelbar vor der URL klickst, zeigt der Browser dir außerdem an, ob alle Inhalte auf der Website auch wirklich sicher sind.

SSL-Verschlüsselung von Karriereseiten

Aber gilt das gleiche auch für euer Bewerbermanagementsystem? Externe Tools und Inhalte wie Stellenmarkt, Stellenanzeigen oder Bewerbungsformular sind meistens als Microsite, iFrame (zum Glück immer weniger) oder direkt über eine XML-Schnittstelle eingebunden und gehören damit nicht zum direkten Content eurer Homepage. Du solltest daher unbedingt testen, ob das selbe Sicherheitsniveau für alle Seiten des Bewerbermanagements (z.B. Stellenmarkt, Stellenanzeige, Bewerbungsformular, Bewerberlogin, Job-Newsletter usw.) gilt, die über eine separate Domain aufgerufen werden. Unabhängig davon macht es sowieso absolut Sinn, sich regelmäßig bei sich selbst zu bewerben, um die eigene Candidate Experience zu testen.

Rechtschreibfehler

Weißt du, wie du bei eBay die besten Schnäppchen machst? Indem du den Artikel, den du suchst, bewusst falsch schreibst und nach Tippfehlern von Verkäufern Ausschau hältst. Dadurch findest du Artikel, die sonst niemand sucht. Vergleichbares passiert dir zum Beispiel, wenn du dich beim Stellentitel verschreibst. Probiere es ruhig mal selbst und gib beispielweise bei Indeed Suchbegriffe mit typischen Schreibfehlern (z.B. Mitabeiter, Maketing, Buchalter, Sachbeabeiter) ein. Du wirst überrascht sein, wie viele Variationen du finden wirst. 😉

Rechtschreibfehler sind allerdings kein direktes Rankingkriterium für Google. Guter Content schon. Und wenn du eben ganz oben in den Suchergebnissen landen willst, sollten die Inhalte wirklich hochwertig sein. Das bedeutet Karriereseiten und Stellenausschreibungen sollten nicht nur relevante Informationen liefern, sondern auch ansprechend und korrekt geschrieben sein. Eins ist doch klar: Kaum jemand wird sich durch Karriereseiten oder Stellenanzeigen voller Rechtschreibfehler quälen, wenn er oder sie vergleichbare Stellen fehlerfrei auf einer anderen Karriereseite finden kann.

Viele Rechtschreibfehler wirken sich negativ auf die Zufriedenheit der Kandidaten aus und können dazu führen, dass diese das Interesse an der Stellenausschreibung oder der Karriereseite verlieren. Somit nimmt die durchschnittliche Verweildauer ab und die Absprungrate steigt. Die Absprungrate oder auch Bounce-Rate gibt an, wie viele Besucher die Webseite wieder verlassen, ohne eine weitere Unterseite aufzusuchen und sollte nach Möglichkeit gering ausfallen. Die Verweildauer ist die Zeit, die ein User auf einer Webseite verbringt und gibt Google Hinweise auf die Qualität einer Webseite.

Ignorieren von Schema-Markups für JobPostings

Google ist mit seiner optimierten Jobsuche „Google for Jobs“ bereits letztes Jahr an den Start gegangen. Grundlage für die strukturierten Suchergebnisse sind Schema Markups. Schema.org ist ein Gemeinschaftsprojekt von Google, Microsoft, Yahoo und Yandex zur Vereinheitlichung und Standardisierung von angezeigten Informationen.

Bei Google for Jobs sollte das Markup für JobPostings die Details hervorheben, die für Kandidaten in Stellenanzeigen besonders relevant sind – etwa Stellentitel, Arbeitsort oder Informationen zum Unternehmen. Ein Markup für deine Jobpostings könnte daher zum Beispiel so aussehen:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "http://schema.org",
  "@type": "JobPosting",
  "title": "Recruiter (m/w/d)",
  "baseSalary": "50000",
  "datePosted": "2020-08-23",
  ""validThrough" : "2020-10-30",
  "description": "
    <p>In der Funktion als Recruiter bist du für den gesamten Prozess der Personalgewinnung von der Ausschreibung bis zum Vertragsangebot verantwortlich.</p>
    <strong>Recruiter in Düsseldorf</strong>
    <h2>Deine Aufgaben</h2>
    <ul><li>Verantwortlich für den Recruiting-Prozess</li>
    <li>Abwicklung des Bewerbermanagements, inkl. Führen von Vorstellungsgesprächen und 
     Telefoninterviews</li>
    <li>Gestaltung und Veröffentlichung von Stellenanzeigen sowie Mitarbeit an der 
      Erschließung neuer Rekrutierungskanäle</li></ul>",
  "educationRequirements": "abgeschlossenes Studium oder vergleichbare Ausbildung",
  "employmentType": "Vollzeit",
  "experienceRequirements": "3 Jahre Berufserfahrung im Recruiting",
  "industry": "HR", 
  "hiringOrganization" : { 
  "@type" : "Organization", 
  "name" : "HR4Good", 
  "sameAs" : "https://www.hr4good.com" 
  }, 
  "jobLocation" : { "@type" : "Place", 
  "address" : { 
  "@type" : "PostalAddress", 
  "streetAddress" : "Lohengrinstraße", 
  "addressLocality" : "Duisburg", 
  "addressRegion" : "NRW", 
  "postalCode" : "47137", 
  "addressCountry": "DE" 
  } 
  "salaryCurrency": "DE",
  "workHours": "39 Stunden pro Woche"
  }
}
</script>

Beim ersten Blick auf das Skript mag das sehr komplex aussehen und den Eindruck vermitteln, dass hier nur Datenmüll steht und hierfür Programmierkenntnisse notwendig wären. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum viele Personaler das Markup aktuell noch nicht umgesetzt haben. Aber keine Sorge: Du kannst Googles Markup-Hilfe für strukturierte Daten verwenden, um dein eigenes Markup zu bauen und den Einstieg zu erleichtern. Die folgenden Informationen müssen dabei zwingend eingegeben werden:

  • Job-Titel
  • Beschreibung
  • Name des Arbeitgebers
  • Homepage des Arbeitgebers
  • Art der Anstellung (Vollzeit oder Teilzeit)
  • Veröffentlichungsdatum
  • Vollständige Adresse des Arbeitgebers
  • Land des Arbeitsgebers

Diese Daten hast du doch auf jeden Fall parat. Also probier‘ es einfach mal aus, baue den Code in den <head>-Bereich deiner Stellenanzeigen ein und überprüfe deinen Erfolg, indem du dir spätestens am nächsten Tag das Ergebnis in Google for Jobs anschaust.

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